Schulchronik Teil I
Rückblick auf die Schulzeit in der Volksschule
von Hans-Georg Kapp
Die Ringschul' ist der Jubilar,
wurd' jetzt 75 Jahr'.
Ein Stück vom Leben ich sie nenne,
weil ich fast fünfzig Jahr' sie kenne.
Drum dacht' ich mir, aus meiner Sicht,
schreibst der Ringschul' ein Gedicht.
Jetzt wird die Zeit einmal zurückgespult,
in die fünfz'ger Jahre, wo ich wurd' eingeschult.
Das Gebäude, das war in drei Teile getrennt,
Konfessionsschul', so hat man zwei davon genennt.
In der Mitte, da waren die Schüler gemischt.
Die Simultanschul' die trennte da nicht.
Nach Religionen zu trennen war doof,
doch gleiches galt auch für den Hof.
Obwohl die Grenzen dort unsichtbar, nur gedacht,
hätt' keiner ein' Schritt hin zum Nachbarn gemacht.
Die Volksschul' wurde mit Strenge gesteuert,
mit Koks wurd' noch die Heizung der Schule befeuert.
Und war jemand frech oder kam gar zu spät,
bekam man zu spüren, welches Windchen da weht.
Von wegen zu sagen: "Ich hab' heut null Bock!"
Die Lust auf das Lernen besorgte der Stock.
Der Schulhof war sauber, kein Getränk aus der Büchs'.
Es gab Milch und Kakao und das kostete nix!
Schulspeisung hat man das damals genannt,
wurd' in Flaschen geliefert und das ganz ohne Pfand.
Kaum einer kannte Apfelsine',
der Bahnhof war fast nur Ruine,
die Innenstadt stark zerstört,
die Straßenbahn bis Münster fährt.
Und in der Ringschul' hört man kein lautes Wort,
in der Turnhall' gab Konrad Frey das Fach Sport.
Fünf Jahre als Schüler die Schulbank ich drückt',
und kam Anfang ´80 in die Ringschul' als Lehrer zurück.
Nicht nur durch die Schüler war es jetzt manchmal laut,
die Schul' wurd' ständig umgebaut.
Heut steht nach 75 Jahr'
die Schul' so jung wie damals da.